Österreichische Sondermarken nur noch für Sammler
Beliebtes SammelgebietÖsterreich gehört in Deutschland wohl zu den beliebtesten Sammelgebieten. Eine seriöse Ausgabepolitik, niedrige Nennwerte der Sondermarken, ansprechende Markenmotive und nicht zuletzt die gute Erreichbarkeit der Neuheiten sind wohl wichtige Gründe für diese Stellung. Doch jetzt das: Die österreichische Post AG will die Auflagen der Sondermarken radikal senken. Etwa 3 Millionen sind es zur Zeit, mit Einführung des Euro werden es nur noch 500.000 sein. Die gibt es dann auch nicht mehr an allen Postschaltern, sondern nur noch im Abonnement oder auf Bestellung beim Sammlerservice. Diskutiert wird in Wien noch darüber, ob in jeder Landeshauptstadt an einem Schalter die Sondermarken angeboten werden. Außerdem sollen Grußmarken, zu denen auch die Weihnachtsmarke zählt, überall erhältlich sein. Marken mit Ortsbezug werden immerhin am Abbildungsort verkauft. Nebenbei: Das Ausgabeprogramm 2002 sieht eine ganze Reihe höherer Nennwerte vor. So sind allein zwei Marken über 2,00 Euro geplant. Euro-Sondermarken nur noch ein SammlerartikelÖsterreichische Sondermarken in Euro sind (mit Ausnahme der Grußmarken) also reine Sammlerstücke. Sie sind gar nicht zum Aufkleben gedacht. Sie haben nicht mehr den Sinn, die Bevölkerung z. B. auf ein Jubiläum aufmerksam zu machen oder für das Land zu werben, sie dienen nur noch einem Ziel: Geld in die Kassen der österreichischen Post AG zu bringen. Auf Bedarfspost oder Urlaubsgrüßen wird man sie nicht mehr finden. Wohlbemerkt: Hier geht es nicht um eine bestimmte Verkaufsform wie eine Rollenmarke, die für Sammler extra im Bogen hergestellt wird. Es geht auch nicht um einige wenige Produkte, die der nichtsammelnde Postkunde nicht zu Gesicht bekommt, wie Sonderganzsachen zu Briefmarkenveranstaltungen. Es geht darum, dass der überwiegende Teil der Neuheiten nur noch an Sammler verkauft werden soll. Wer Österreich komplett haben will, den will die österreichische Post zwingen, ein Abo abzuschließen. Anders wird's kaum gehen. Im Tausch wird man nur noch zufällig neue Sondermarken finden. Damit sind die Euro-Sondermarken Österreichs nicht mehr als Sammelbildchen mit Frankaturkraft. Ihr Dasein verdanken sie nur den Sammlern, die dafür Geld ausgeben. Werden die neuen Marken mehr wert?Das weiß man jetzt natürlich noch nicht. Bisher sind gestempelte Marken im Katalog etwa ein Drittel billiger als die postfrischen. Dies wird sich wohl ändern, da sie ja nicht mehr im normalen Postverkehr auftauchen werden. Entscheidend ist, ob 500.000 Marken für den Sammlerbedarf ausreichen. Dies kann durchaus sein. Die deutsche 1999er Sportmarke zu 300+100 Pf erreichte zum Beispiel nur knappe 2 Millionen Stück und ist noch nicht wesentlich im Preis gestiegen. Nun sammeln aber wesentlich mehr Sammler Deutschland als Österreich, so dass 500.000 Stück vielleicht reichen. Hinzu kommt, dass die meisten Sammler ein Abo abschließen werden oder dies schon haben. Neue Sammler kommen aber nicht in so riesigen Scharen dazu. Wer soll also für die Nachfrage sorgen, die die Preise steigen lassen könnte? Und dann: die 500.000 Marken kommen nahezu komplett auf den Markt, von den 3 Millionen der früheren Marken ist ein großer Teil vom Empfänger einfach weggeworfen worden oder schlecht gestempelt. Diese Verluste werden sich auf Grund des ausschließlichen Verkaufs an Sammler in Grenzen halten. Andererseits ist die Auflage so niedrig wie die der Marken der frühen 50er Jahre, die ja zum Teil ganz gut zulegen konnten. Und vielleicht werden ja doch einige neue Sammler davon angelockt, dass die neuen Marken seltener sind. Bei bestimmten Motiven kommen noch Thematiksammler dazu und kaufen zusätzlich Marken. Man kann es also nicht genau wissen... Wie weitersammeln?Österreichsammler sollten sich Gedanken darüber zu machen, wie sie weiter sammeln. Drei Möglichkeiten sind denkbar:
Der Autor hat sich übrigens für 2. entschieden. |