Briefmarken Sammeln macht Spaß!

Euro-Neuheiten aus Österreich

Teurer Jahresauftakt

Was Deutschland nicht geschafft hat, haben die Österreicher geschafft: Gleich am 1. Januar gab es reine Euro-Briefmarken zu kaufen. Darunter auch die abgebildete 3,27-Euro-Marke zur Einführung des Euro-Bargeldes. Die im Scann schwarzen Sterne sind im Original aus Goldfolie, die 1-Euro-Münze ist zusätzlich zum Druck auch geprägt, was die Münze plastisch hervorstehen lässt.

Damit noch nicht genug. Da auf der Rückseite der Marke noch so viel Platz war, wurden dort noch kurzerhand Schilling-Münzen und Portraits von Schilling-Geldscheinen gedruckt. Dieser Druck befindet sich aber auf der Gummierung, so dass er schon beim Anfeuchten, spätestens aber beim Ablösen der Marke, genauso wie die "echten" Schillinge verschwindet. Die österreichische Staatsdruckerei hat hier mal wieder gezeigt, was alles möglich ist.

Die österreichische Post aber hat gezeigt, was sie für möglich hält. Nämlich dass sich die Briefmarkensammler über eine Marke freuen, die man nur für Inlandsbriefe zwischen 1000g und 2000g verwenden kann. Das diese Portostufe nicht so oft nachgefragt wird, erkennt man schon daran, dass es dafür keine Dauermarke gibt - weder eine in Schilling noch eine in Euro! Eine sinnvolle Kombination, etwa Einschreiben oder so ist unseres Wissens nach nicht möglich. Die Marken erscheinen zudem im Kleinbogen zu vier Marken, der Sammler soll also am besten gleich 13,08 Euro auf den Tresen werfen. Diese Ausgabe lässt Schlimmes ahnen (siehe hierzu Artikel "Österreichische Sondermarken nur noch für Sammler").

Neue Dauerserie

"Ferienland Österreich" ist der Titel der neuen Euro-Dauerserie, die die "Legenden und Sagen" ablöst. Fünf Werte erscheinen zunächst: 0,51, 0,58, 0,73, 0,87 und 2,03 Euro. Diese Marken decken das Porto für die ersten drei Inlands-Gewichtsstufen, leichte Europa-Briefe (Luftpost und normal), Postkarten und Einschreiben. Ergänzungswerte zum Ergänzen auf die anderen Portostufen sind nicht vorgesehen. In solchen Fällen muss der Kunde zur Post marschieren und seine Sendungen bar bezahlen - wenn er nicht glücklicher Besitzer alter Schilling-Marken ist. Als Freimachung dient dann ein Freistempel-Etikett aus dem Riposte-Computer oder wenn der nicht existiert ein Aufkleber, in den das bezahlte Porto handschriftlich (!) eingetragen wird.

Diese "Etikettenlösung" ist philatelistisch sicherlich sehr interessant und originell. Aber man fragt sich schon, in welcher Liga das Management der Österreichischen Post AG eigentlich spielt. Denn zur Zeit muss man für alle Inlandsbriefe ab 150g sowie für alle Überseebriefe und Auslandsdrucksachen zur Post rennen und sie persönlich abgeben. Umständlich wie vor Einführung der Briefmarke.