So beschaffst du dir SonderstempelSonderstempel sind eine tolle Ergänzung für deine Sammlung. Wenn du Motive sammelst, findest du unter ihnen oft Darstellungen, die auf Briefmarken gar nicht oder kaum zu finden sind. Wir sagen dir, was es für Sonderstempel gibt und wie du sie bekommst. Die StempelartenDie Post unterscheidet "philatelistische" und "andere" Stempel. Wobei diese Einteilung ziemlicher Unfug ist, da auch die "anderen" Stempel philatelistisch verwertbar sind. Mit den "philatelistischen" Stempeln meint die Post solche Stempel, die fast ausschließlich für Sammler eingesetzt werden und bei denen die Post sich sehr bemüht, den Wünschen der Sammler nachzukommen, wohingegen die "anderen" Stempel hauptsächlich einem Zweck dienen: Briefmarken zu entwerten. Und damit sind sie für viele Philatelisten philatelistischer als die "philatelistischen" Stempel. Die "philatelistischen" StempelHäufigste Vertreter der "philatelistischen" Stempel sind die Sonder- und Ersttagsstempel:
Sonderstempel werden aus Anlass von Veranstaltungen oder Jubiläen von Vereinen und Messeveranstaltern beantragt (und bezahlt). Haben sie hinter dem Datum zusätzlich eine Uhrzeitangabe, so handelt es sich um einen Werbestempel der Post, den sie auf eigene Kosten bereitstellt. Dann gibt es noch so genannte "besondere Stempel". Sie sind für eine längere Zeit im Einsatz, z. B. im Deutschen Bundestag oder im Postmuseum. Besonders wichtig sind diese Unterschiede aber nicht. Ersttagsstempel werden zu jeder neu ausgegebenen Briefmarke eingesetzt. Man erkennt sie daran, dass irgenwo "Erstausgabetag" steht. Sie sind oft viel freier gestaltet als die Sonderstempel, für die es ganz genaue Vorschriften gibt. Ersttagsstempel werden nur auf den entsprechenden Marken abgeschlagen. Die "anderen" StempelHierunter versteht die Post folgende Stempel:
Der StempelauftragDa fast alle Sammler es nicht dem Zufall überlassen wollen, ob sie einen bestimmten Stempel bekommen oder die Marken zufällig so gestempelt werden, wie sie es wollen, kann man der Post auch sagen, was man haben will. Die AuftragsartenDie Post unterscheidet folgende Auftragsarten:
Die AuftragserteilungDu kannst zu jeder Postfiliale gehen und persönlich deine Wünsche äußern. Allerdings geht das nicht bei den Filialen, die nicht direkt von der Deutschen Post AG betrieben werden (z. B. MacPaper- und Supermarktfilialen). Meist werden dir auch in diesen Filialen deine Wünsche erfüllt, aber du hast keinen Anspruch darauf und wenn was schief geht, gibt es auch keinen Ersatz. Wenn du nicht zur Post kannst, z. B. weil der Sonderstempel leider in den Urlaub fällt oder sich die 800km nach München nicht lohnen, kann man den Auftrag auch schriftlich erteilen. Dazu steckst du deinen Auftrag in einen frankierten Umschlag und schickst ihn an die zuständige Stempelstelle. In der Regel wird diese Adresse zusammen mit dem Sonderstempel veröffentlicht. Die Adresse der Berliner Stempelstelle, bei der du auch die Bonner Ersttagsstempel bekommt, lautet: Deutsche Post AGNiederlassung Produktion BRIEF Sonderstempelstelle 10770 Berlin Wenn im Auftrag Vorlagen oder lose Marken enthalten sind, muss man einen ebenfalls frankierten Rückumschlag beilegen. Auch für echt laufende Sendungen kann man einen solchen Sammelumschlag verwenden. Für jede Adresse muss dann ein eigener Umschlag beiliegen. Tipp: Immerhin kannst du dir in diesem Rückumschlag auch deinen Umschlag für die Einsendung deines Stempelauftrages zurück schicken lassen.
SonderwünscheDu kannst zusätzlich zu den Stempeln zur Entwertung der Marken einen weiteren Stempelabdruck bekommen, z. B. neben der Anschrift. Es ist Geschmackssache, ob man das will oder nicht. Bei Vorlagen, die eine Sendung sein könnten (Karten und Umschläge), wird bei Tagesstempeln zwangsweise ein Stempelabdruck ins Adressfeld gesetzt. Solche Stempel im Adressfeld sind unbeliebt. Bei Vorlagen und losen Briefmarken müssen mit jedem Stempelabdruck mindestens 0,10 Euro entwertet werden. Bei Ersttagsstempeln dürfen zusätzlich zu der neu ausgegebenen Marke weitere Marken auf echt laufenden Briefen kleben, die dann mit dem Tagesstempel entwertet werden. Mehrere Sonderstempel werden auf echt laufenden Sendungen nur abgeschlagen, wenn sie die gleiche Orts- und Datumsbezeichnung haben. Auf Vorlagen werden beliebig viele verschiedene Sonderstempel abgeschlagen. Fristen
Wie sammeln?Moderne Sonderstempel sind in aller Regel keine gute Geldanlage. Wir empfehlen dir, sie dir nur für den eigenen Bedarf zu beschaffen. Motivsammler finden unter den Sonderstempeln jede Menge Ergänzungen zu ihrer Sammlung. Auf Wettbewerbsausstellungen wird sogar erwartet, dass du solche Stücke zeigst. Für Heimatsammler (die sammeln alle Stempel einer Region) sind die Sonderstempel sogar Pflicht. Und Ländersammler können ihre Sammlung ebenfalls ab und zu mit Sonderstempeln prima ergänzen. Beachten solltest du Folgendes:
Und hier kannst du dich über aktuelle Sonderstempel informieren:
DetailsEs gibt "Allgemeine Geschäftsbedingungen der Deutschen Post AG für das Stempeln von Postwertzeichen zu Sammelzwecken (AGB St PWz)". Dieses AGB ist vier DIN-A4-Seiten lang. Wir haben uns bemüht in diesem Artikel das Wichtigste herauszuschreiben. Aber es ist manchmal sinnvoll, sich direkt zu informieren, deshalb haben wir diese "Stempel-AGB" mit einigen Kommentaren ebenfalls ins Netz gestellt. |