Briefmarken Sammeln macht Spaß!

So beschaffst du dir Sonderstempel

Sonderstempel sind eine tolle Ergänzung für deine Sammlung. Wenn du Motive sammelst, findest du unter ihnen oft Darstellungen, die auf Briefmarken gar nicht oder kaum zu finden sind. Wir sagen dir, was es für Sonderstempel gibt und wie du sie bekommst.

Die Stempelarten

Die Post unterscheidet "philatelistische" und "andere" Stempel. Wobei diese Einteilung ziemlicher Unfug ist, da auch die "anderen" Stempel philatelistisch verwertbar sind. Mit den "philatelistischen" Stempeln meint die Post solche Stempel, die fast ausschließlich für Sammler eingesetzt werden und bei denen die Post sich sehr bemüht, den Wünschen der Sammler nachzukommen, wohingegen die "anderen" Stempel hauptsächlich einem Zweck dienen: Briefmarken zu entwerten. Und damit sind sie für viele Philatelisten philatelistischer als die "philatelistischen" Stempel.

Die "philatelistischen" Stempel

Häufigste Vertreter der "philatelistischen" Stempel sind die Sonder- und Ersttagsstempel:

Sonderstempel werden aus Anlass von Veranstaltungen oder Jubiläen von Vereinen und Messeveranstaltern beantragt (und bezahlt). Haben sie hinter dem Datum zusätzlich eine Uhrzeitangabe, so handelt es sich um einen Werbestempel der Post, den sie auf eigene Kosten bereitstellt. Dann gibt es noch so genannte "besondere Stempel". Sie sind für eine längere Zeit im Einsatz, z. B. im Deutschen Bundestag oder im Postmuseum. Besonders wichtig sind diese Unterschiede aber nicht.

Ersttagsstempel werden zu jeder neu ausgegebenen Briefmarke eingesetzt. Man erkennt sie daran, dass irgenwo "Erstausgabetag" steht. Sie sind oft viel freier gestaltet als die Sonderstempel, für die es ganz genaue Vorschriften gibt. Ersttagsstempel werden nur auf den entsprechenden Marken abgeschlagen.

Die "anderen" Stempel

Hierunter versteht die Post folgende Stempel:

  • Den gewöhnlichen Tagesstempel, also der ganz normale Stempel, den es an jedem Postschalter gibt,
  • den Maschinenwerbestempel: Das sind die Werbefahnen der Stempelmaschinen der Briefzentren. Es gibt sie mit Eigenwerbung der Post und mit Fremdwerbung.
  • den Ortswerbestempel: Er wirbt für den Ort, in dem er eingesetzt wird. Früher waren solche Stempel sehr häufig und oft jahrelang unverändert im Einsatz. Da inzwischen fast alle Briefe maschinell gestempelt werden gibt es kaum noch solche Stempel.

Der Stempelauftrag

Da fast alle Sammler es nicht dem Zufall überlassen wollen, ob sie einen bestimmten Stempel bekommen oder die Marken zufällig so gestempelt werden, wie sie es wollen, kann man der Post auch sagen, was man haben will.

Die Auftragsarten

Die Post unterscheidet folgende Auftragsarten:

  • Echt laufende Sendungen: Das sind Briefe und Postkarten (ggf. auch mit Einschreiben), die nach dem Stempeln ganz normal weiter befördert oder in einem Sammelumschlag an den Empfänger weiter geleitet werden.
  • Vorlagen: Das sind Umschläge, Karten, Gedenkblätter etc., die nach dem Stempeln nicht weiter befördert werden können, da sie keine Adresse haben.
  • Lose Marken, Markenheftchen und Blöcke.

Die Auftragserteilung

Du kannst zu jeder Postfiliale gehen und persönlich deine Wünsche äußern. Allerdings geht das nicht bei den Filialen, die nicht direkt von der Deutschen Post AG betrieben werden (z. B. MacPaper- und Supermarktfilialen). Meist werden dir auch in diesen Filialen deine Wünsche erfüllt, aber du hast keinen Anspruch darauf und wenn was schief geht, gibt es auch keinen Ersatz.

Wenn du nicht zur Post kannst, z. B. weil der Sonderstempel leider in den Urlaub fällt oder sich die 800km nach München nicht lohnen, kann man den Auftrag auch schriftlich erteilen. Dazu steckst du deinen Auftrag in einen frankierten Umschlag und schickst ihn an die zuständige Stempelstelle. In der Regel wird diese Adresse zusammen mit dem Sonderstempel veröffentlicht. Die Adresse der Berliner Stempelstelle, bei der du auch die Bonner Ersttagsstempel bekommt, lautet:

Deutsche Post AG
Niederlassung Produktion BRIEF
Sonderstempelstelle
10770 Berlin

Wenn im Auftrag Vorlagen oder lose Marken enthalten sind, muss man einen ebenfalls frankierten Rückumschlag beilegen. Auch für echt laufende Sendungen kann man einen solchen Sammelumschlag verwenden. Für jede Adresse muss dann ein eigener Umschlag beiliegen.

Tipp: Immerhin kannst du dir in diesem Rückumschlag auch deinen Umschlag für die Einsendung deines Stempelauftrages zurück schicken lassen.

Wichtig ist, genau zu sagen, welchen Stempel du haben willst. Dazu kannst du Ort, Datum und Anlass notieren oder eine Fotokopie des Stempels beilegen. Natürlich musst du auch sagen, wie gestempelt werden soll. Es hat sich bewährt, entweder die gewünschten Stellen auf den Belegen durch ein Bleistiftkreuz zu markieren oder eine kleine Skizze wie links abgebildet beizulegen. Tipp: Um jeden Stapel Briefe eine Papierschlaufe legen und darauf die Wünsche schreiben.

Sonderwünsche

Du kannst zusätzlich zu den Stempeln zur Entwertung der Marken einen weiteren Stempelabdruck bekommen, z. B. neben der Anschrift. Es ist Geschmackssache, ob man das will oder nicht. Bei Vorlagen, die eine Sendung sein könnten (Karten und Umschläge), wird bei Tagesstempeln zwangsweise ein Stempelabdruck ins Adressfeld gesetzt. Solche Stempel im Adressfeld sind unbeliebt.

Bei Vorlagen und losen Briefmarken müssen mit jedem Stempelabdruck mindestens 0,10 Euro entwertet werden.

Bei Ersttagsstempeln dürfen zusätzlich zu der neu ausgegebenen Marke weitere Marken auf echt laufenden Briefen kleben, die dann mit dem Tagesstempel entwertet werden. Mehrere Sonderstempel werden auf echt laufenden Sendungen nur abgeschlagen, wenn sie die gleiche Orts- und Datumsbezeichnung haben. Auf Vorlagen werden beliebig viele verschiedene Sonderstempel abgeschlagen.

Fristen

  1. "Philatelistische Stempel":
    • Bei echt laufenden Sendungen: Eingang bis 7 Tage nach Stempeldatum
    • Bei Vorlagen und losen Marken: Eingang bis 30 Tage nach Stempeldatum
  2. "Andere Stempel": Zwei Tage vor dem gewünschten Datum (bzw. persönliche Abgabe) am selben Tag

Wie sammeln?

Moderne Sonderstempel sind in aller Regel keine gute Geldanlage. Wir empfehlen dir, sie dir nur für den eigenen Bedarf zu beschaffen. Motivsammler finden unter den Sonderstempeln jede Menge Ergänzungen zu ihrer Sammlung. Auf Wettbewerbsausstellungen wird sogar erwartet, dass du solche Stücke zeigst. Für Heimatsammler (die sammeln alle Stempel einer Region) sind die Sonderstempel sogar Pflicht. Und Ländersammler können ihre Sammlung ebenfalls ab und zu mit Sonderstempeln prima ergänzen. Beachten solltest du Folgendes:

  • Klasse ist es, wenn du eine zum Sonderstempel passende Marke auf deinem Beleg hast.
  • Wenn es dir ausschließlich um die Marke geht, ist ein stinknormaler Tagesstempel besser, weil er nicht vom Motiv der Marke ablenkt. Sonderstempel auf losen Marken sind bei vielen Sammlern unbeliebt.
  • Die auf Veranstaltungen verkauften Umschläge mit Illustrationen werden in Wettbewerbsexponaten nicht gerne gesehen. Wer jetzt sagt, dass es unlogisch ist, auf Briefmarkenausstellungen Karten und Umschläge zu verkaufen, die man auf eben dieser Briefmarkenausstellung nur mit Punktabzug zeigen dürfte, der hat Recht. Aber irgenwo muss das Geld für die Hallenmiete halt herkommen. ;-) Anders sieht es bei denen von der Post aufgelegten Ganzsachen mit Illustrationen. Hier kannst du sogar die Illustration thematisch verarbeiten. Es ist letzlich Geschmackssache, ob du Schmuckumschläge verwendest oder normale.
  • Echt gelaufene Belege sind immer besser als nicht echt gelaufene.
  • Wenn möglich nur eine Marke oder mehrmals dieselbe Marke verwenden.
  • Überfrachte deinen Beleg nicht mit Marken.
  • Zusatzleistungen wie Einschreiben sind zwar nett, aber auch teuer.
  • Dicke Umschläge und glänzende Oberflächen sind zum Stempeln ungeeignet.
  • Umschläge mit Adhäsionsverschluss und solche aus Umweltschutzpapier können nach wenigen Jahren vergilben!

Und hier kannst du dich über aktuelle Sonderstempel informieren:

  • www.dphj.de/stempel: Die Deutsche Philatelisten-Jugend informiert über alle deutschen Sonderstempel. Mit E-Mail-Service.
  • www.bbpd.de: In der kostenlosen E-Mail-Liste "Berlin-Brandenburger Phila-Depesche" werden alle Sonderstempel der Region Berlin-Brandenburg veröffentlicht.
  • Fachzeitschriften haben einen eigenen Sonderstempel-Teil.

Details

Es gibt "Allgemeine Geschäftsbedingungen der Deutschen Post AG für das Stempeln von Postwertzeichen zu Sammelzwecken (AGB St PWz)". Dieses AGB ist vier DIN-A4-Seiten lang. Wir haben uns bemüht in diesem Artikel das Wichtigste herauszuschreiben. Aber es ist manchmal sinnvoll, sich direkt zu informieren, deshalb haben wir diese "Stempel-AGB" mit einigen Kommentaren ebenfalls ins Netz gestellt.