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Stempelfälschungen:
Auch billige Marken sind in Gefahr!
Sicherlich hast du schon davon gehört, dass manche Briefmarken gestempelt teurer
sind als postfrisch.
Wer solche Marken in postfrischer Erhaltung besitzt,
kommt vielleicht auf den Gedanken, den Stempel einfach
nachträglich anzubringen, ihn zu fälschen.
Bei den Marken aus der Inflationszeit 1920-1923 kann man den Katalogwert dann
schon mal mit 200 multiplizieren.
Klar, dass man als ehrlicher Sammler (oder ehrliche Sammlerin) da aufpassen muss
und solche Marken vor dem Kauf oder Tausch prüfen lässt.
Im MICHEL-Katalog sind besonders gefährdete Marken mit dem Zeichen
markiert.
In Deutschland sind das vor allem die Inflationsmarken und die frühen Marken
der DDR, Berlins und der Bundesrepublik.
Der aktive Verein BRANDENBURGIA
aus Brandenburg an der Havel hat jetzt
einen Fall aufgedeckt, der deutlich macht, dass auch "normale" Marken
von solchen Verfälschungen bedroht sind.
Dem Fälscher fielen in diesem Fall DDR-Marken der 80er Jahre, aber auch einiger
anderer Jahre, zum Opfer.
Links siehst du den Block MICHEL-Nummer 94 von 1988, im Katalog
2000/2001 kostet er gestempelt 8,00, postfrisch 5,50.
Der Gewinn des Fälschers ist also recht bescheiden, er wollte wohl hauptsächlich
seine schwer absetzbaren postfrischen Marken in begehrtere sauber gestempelte
verwandeln.
Der Stempel ist auf den ersten Blick tatsächlich den Stempeln der Deutschen Post
der DDR sehr ähnlich, auf den zweiten Blick sind die Datumszeile und der
Ortsname aber dann doch deutlich zu klein geraten.
Eine genaue Beschreibung der Unterschiede findest du unter "Informationen" beim
Briefmarken-Sammler-Verein
BRANDENBURGIA e. V.
Dort gibt es auch weitere Abbildungen des Falschstempels.
Dieser Fall zeigt, dass auch "billige" Marken verfälscht werden und die Sammler
immer vorsichtig sein müssen.
Als Falschstempel gelten übrigens nicht nur diese mit extra hergestellten
Stempeln, sondern auch Stempel, die nach Ende der Gültigkeit der Marken
abgeschlagen wurden. Also zum Beispiel Berlin-Marken mit Stempeln nach dem
31.12.1991 oder die rechts abgebildete Wohlfahrtsmarke von 1968, die bis
31.12.1970 gültig gewesen wäre und erst 1974 entwertet wurde. (Das Datum in der
Abbildung wurde von uns nachträglich hervorgehoben.)
Marken mit Falschstempeln sind praktisch wertlos.
Wenn du eine Marken kaufen oder eintauschen willst, solltest du sie dir
immer genau anschauen und im Zweifelsfall jemanden fragen, dem
du vertraust.
Unsere goldene Regel:
Im Zweifel Finger weg!
Übrigens: Wer eine ver- oder gefälschte Marke verkauft oder im Tausch weggibt,
von der Fälschung wusste und den Partner nicht darauf hingewiesen hat,
betrügt!
Solche Marken gehören allenfalls deutlich gekennzeichnet ins Tauschalbum!
Dieser Artikel stammmt aus der Zeitschrift "Post für Dich" unserer Gruppe Stadt Berlin.
© 1999, 2000 Reinhard Nitzsche (JBSB)
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