Alles was du über Trennungsarten bei Briefmarken wissen musstMarken haben Zähne, das weiss jedes Kind. Als 1840 die ersten Marken erschienen, war das aber noch nicht so. Sie mussten umständlich mit der Schere auseinander geschnitten werden, was recht zeitraubend war. Was für Trennungsarten es sonst noch gibt und was es mit ihnen auf sich hat, erfährst du in diesem Artikel. Inhalt:Weitere Artikel zum Thema: Von Kämmen, Linien und Kästen: Die Zähnungsarten | Das Maß aller Zähne: Die Zähnungszahl 1 Geschnittene Briefmarken
Wie schon in der Einleitung erwähnt, waren die Marken zu erst alle
geschnitten, vor dem verkaufen nahm der Postbeamte die Schere und schnitt die
Marken auseinander. Dabei passierte es häufig, dass der Rand der Marke mit
abgeschnitten wurde. Solche Marken (wie auch die in unserer Abbildung) sind zwar
weniger Wert, aber durchaus sammelwürdig. Marken mit sehr breitem Rand sind
meist sehr selten
Neben diesen unbeliebten geschnittenen Ausgaben gibt es aber auch gute Gründe für die Ausgabe geschnittener Marken:
Viele Marken gibt es in verschiedenen Trennungsarten. Im MICHEL-Katalog erhalten geschnittene Marken dann in der Regel den Buchstaben "B" nachgestellt. Die Katalognummer 12B weist also in der Regel auf die geschnittene Marke Nummer 12 hin. Übrigens: Wenn eine Marke versehentlich in der Druckerei nicht gezähnt wurde, so spricht man von einer ungezähnten Marke. Solche Stücke sind sehr gesucht und entsprechend teuer. Im Katalog werden sie als Abarten mit einem "U" gekennzeichnet. 2 Durchstochene BriefmarkenDer Erfolg der Briefmarken führte dazu, dass man sich intensiv um eine Vereinfachung des Verkaufs bemühte. So kam man auch auf die Idee, die Marken bereits teilweise getrennt zu liefern. Dies geschah durch das Einschneiden des Papiers mittels feiner Messer. Diese Technik wurde damals bereits bei Formularen erfolgreich eingesetzt. Es gibt zahlreiche Varianten des Durchstichs, die zum Teil gar nicht so einfach von der Zähnung bzw. des Schnitts zu unterscheiden sind. Durchstochene Marken sehen oftmals am Rand etwas unsauber aus, weshalb der Durchstich nie wirklich erfolgreich war und über viele Jahre kaum noch verwendet wurde. Erst in den letzten Jahren entdeckten einige Postverwaltungen ihn wieder. So gaben die UNO und Mexiko bereits mehrere durchstochene Marken heraus. 3 ZähnungSchon vor der Entwicklung des Durchstichs kam man in Großbritannien auf die Idee, die Markenbogen zu zähnen. Die Idee setzte sich nach ein paar Jahren in der ganzen Welt durch. Die überwältigende Mehrheit der Briefmarken ist gezähnt. Von einer Zähnung spricht man, wenn die Markenzwischenräume durch Löcher unterbrochen werden. Im Gegensatz zum Durchstich wird das Markenpapier nicht nur an einigen Stellen durchschnitten, sondern es werden kleine Papierstücke entfernt, so dass Löcher entstehen. Diese Löcher sticht man mit sehr scharfen Stahlstiften, die durch in Stahl gebohrte Löcher gestoßen werden, aus. Im Grunde funktioniert eine Zähnungsmaschine wie ein Bürolocher, nur dass man zum Zähnen von Marken eben viel kleinere und viel mehr Löcher produzieren muss. 3.1 TeilzähnungenManche Postverwaltungen geben auch Briefmarken heraus, die teils geschnitten, teils gezähnt sind. Diese Marken nennt man teilgezähnt.
Solche Teilzähnungen kommen vor allem bei Markenheftchen und Rollenmarken
vor. Bei Markenheftchen spart man sich einfach die Zähnung an den Außenseiten.
Ebenso verfahren einige Postverwaltungen bei Rollenmarken. Ein gutes Beispiel
hierfür ist Schweden, wo seit Jahrzehnten kaum noch allseitig gezähnte Marken
erscheinen. Die Marke links ist eine solche schwedische Rollenmarke.
In Deutschland gibt es teilgezähnte Marken nur in den Sammelgebieten Bundesrepublik und Berlin. Rechts siehst du so eine Heftchenmarke aus der Serie "Burgen und Schlösser".
Solche teilgezähnten Heftchenmarken werden gesammelt und sind meist teurer
als die normal gezähnten. Besonders beliebt sind die senkrechten Paare mit oben
und unten geschnittener Marke wie du eines links siehst.
Diese Marke hier ist allerdings keine Heftchenmarke, obwohl sie unten keine Zähne
hat. Sie wurde von einer schlecht eingestellten Frankiermaschine von der Rolle
geschnitten. Das Ergebnis ist eine nicht mehr sammelwürdige Marke. Obacht: Um
Verwechslungen zu vermeiden immer kontrollieren, ob die angeblich Heftchenmarke
nicht kürzer als eine normale Marke ist! Sonst könnte sie einfach ihre Zähne
absichtlich oder unabsichtlich "verloren" haben. Der Vollständigkeit halber: Es gibt auch noch die anderen beiden Kombinationsmöglichkeiten: Marken die teilweise geschnitten und teilweise durchstochen sind oder teilweise gezähnt und teilweise durchstochen sind. Und vielleicht gibt es ja sogar eine Marke, an der man alle drei Trennungsarten zugleich ausprobiert hat. 3.2 SpezialzähnungenEs gibt noch einige spezielle Zähnungen, von denen wir dir aber nur zwei vorstellen wollen:
Dieser Artikel stammmt aus der Zeitschrift "Post für Dich" unserer Gruppe Stadt Berlin. © 1999, 2000 Reinhard Nitzsche (JBSB) |