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Wenn du schon
einmal die Gelegenheit hattest, die berühmteste Briefmarke der Welt, die Blaue
Mauritius, zu betrachten, dann hast du ja sicherlich bemerkt, dass sie keinen
einzigen Zahn hat. Wie viele andere "klassischen" Marken ist auch sie
geschnitten, wie die links abgebildete französische Briefmarke von 1860.
Wie schon in der Einleitung erwähnt, waren die Marken zu erst alle
geschnitten, vor dem verkaufen nahm der Postbeamte die Schere und schnitt die
Marken auseinander. Dabei passierte es häufig, dass der Rand der Marke mit
abgeschnitten wurde. Solche Marken (wie auch die in unserer Abbildung) sind zwar
weniger Wert, aber durchaus sammelwürdig. Marken mit sehr breitem Rand sind
meist sehr selten
Doch noch heute gibt es
Briefmarken, die von der Postverwaltung geschnitten verkauft werden. Zum
Beispiel gibt Ungarn viele Marken geschnitten und gezähnt heraus, um
den Sammlern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Natürlich wird für diese
sogenannten "Parallelausgaben" von der Post mehr Geld verlangt als für
die gezähnten. Ein Beispiel für so eine Briefmarke siehst du rechts.
Neben diesen unbeliebten geschnittenen Ausgaben gibt es aber auch gute Gründe
für die Ausgabe geschnittener Marken:
- Automatenmarken
Automatenmarken gibt es
bis auf wenige Ausgaben nur geschnitten. Wer braucht schon eine kostspielige
Zähnung, wenn die Marken eh vom Automaten maschinell getrennt werden?
- selbstklebende Marken
Marken, die auf selbstklebender Papierfolie (wie Aufkleber) gedruckt werden,
werden meistens wie Aufkleber ausgestanzt. Hier sind sogar völlig freie
Formen möglich wie das Beispiel der Landkarten-Marke aus Sierra Leone
zeigt. Die irische selbstklebende Marke wurde mit einem Zähnungs-Umriss
ausgestanzt, um den Fälschern das Leben schwerer zu machen.
- Notausgaben
In Notzeiten
sind die technischen Möglichkeiten manchmal so beschräkt, dass eine Zähnung
der Marken nicht möglich ist. Ebenso kommt es vor, dass die Zeit so sehr drängt,
dass auf die Zähnung aus diesem Grund verzichtet werden muss. Unsere
Abbildung zeigt eine Marke aus dem heutigen Sachsen-Anhalt. Als sie 1945
kurz nach Kriegsender herauskam war man froh, das man überhaupt Marken
hatte.
Viele Marken gibt es in verschiedenen Trennungsarten. Im MICHEL-Katalog
erhalten geschnittene Marken dann in der Regel den Buchstaben "B"
nachgestellt. Die Katalognummer 12B weist also in der Regel auf die geschnittene
Marke Nummer 12 hin.
Übrigens: Wenn eine Marke versehentlich in der Druckerei nicht gezähnt
wurde, so spricht man von einer ungezähnten Marke. Solche Stücke sind
sehr gesucht und entsprechend teuer. Im Katalog werden sie als Abarten mit einem
"U" gekennzeichnet.

Dieser Artikel stammmt aus der Zeitschrift "Post für Dich" unserer Gruppe Stadt Berlin.
© 1999, 2000 Reinhard Nitzsche (JBSB)
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