Wasserzeichen
Wasserzeichen gibt es auch bei Briefmarken. In diesem Artikel erfährst du, welche Wasserzeichenarten es gibt und was Wasserzeichenlagen sind.
Warum eigentlich Wasserzeichen?
Na klar kennst du Wasserzeichen, zum Beispiel von teurem Briefpapier oder von Geldscheinen. Was bei Briefpapier einfach nur edel aussehen soll, hat bei Geldscheinen einen wichtigen Grund: Wasserzeichen sind schwierig zu produzieren und dienen so dem Schutz vor Fälschungen.
Und das ist auch der Grund, warum Postverwaltungen für den Briefmarkendruck Papier mit Wasserzeichen verwendeten und manchmal auch noch heute verwenden.
Aber der Reihe nach. Das Wasserzeichen wird bereits bei der Herstellung des Papiers mit besonderen Walzen in das feuchte Papier eingepresst. Stellen, an denen das Papier gepresst wurde, sehen später dunkler aus als ihre Umgebung.
Da das Papier danach noch getrocknet und geglättet wird, kann es sein, dass das Wasserzeichen bei Briefmarken anders als bei den meisten Geldscheinen, später nicht mehr so leicht zu erkennen ist. Auch wenn du eine Marke sehr oft nass machst und stark presst, kannst du das Wasserzeichen schwächer machen. Es gibt sogar Marken, bei denen das Wasserzeichen regelmäßig nur sehr schwer zu erkennen ist, z.B. einige Marken der Ulbricht-Serie der DDR. Bei anderen Marken ist das Wasserzeichen mit geübtem Blick bereits beim Umdrehen der Marke zu erkennen, so bei einigen Germania-Marken.
Weil Briefmarkensammler auf jede Kleinigkeit achten, werden natürlich auch die Wasserzeichen einer genauen Prüfung unterzogen. Dabei hat man sich in der ganzen Welt darauf geeinigt, dass man Wasserzeichen grundsätzlich von der Rückseite der Marke betrachtet und beschreibt. Das ist praktisch, da auf der weißen Rückseite das Wasserzeichen besser zu sehen ist als auf der bedruckten Vorderseite. Die Marke steht dabei nicht auf dem Kopf, sondern aufrecht!
Wasserzeichenarten

Besonders häufig sind sogenannte Mehrfachwasserzeichen, bei denen das Wasserzeichen meist aus einfachen Formen besteht und auf jeder Marke mehrfach zu sehen ist. Die Marke links zeigt das Mehrfachwasserzeichen „DP und Striche" aus der amerikanischen und britischen Besatzungszone und dem Hintergrund dieser Seite haben wir ausnahmsweise auch ein Wasserzeichen verpasst: "BP und Zickzacklinien" der Deutschen Bundespost.
Dann gibt es noch Einzelwasserzeichen. Sie zeigen ein Motiv, das auf jeder Marke passgenau nur ein einziges Mal vorkommt. Das Beispiel links zeigt das Wasserzeichen „kleine Krone" Dänemarks. Natürlich kommt es vor, dass solche Wasserzeichen stark verschoben vorkommen.
Der helle Fleck am Oberrand der Marke ist ein Falzrest.
Eher selten sind sogenannte Bogenwasserzeichen, die sich auf dem ganzen Bogen gar nicht oder nur ein paar mal wiederholen. Auf die einzelne Marke entfallen dann nur Bruchstücke, etwa einzelne Buchstaben oder Buchstabenteile. Das brasilianische Wasserzeichen links erstreckt sich über den gesamte Bogen!
(Abbildung: MICHEL)
Die verschiedenen Motive der Wasserzeichen sind im Katalog pro Land durchnummeriert und werden am Anfang des jeweiligen Landes aufgelistet.
Als Abkürzung wird Wz. benutzt.
Die Abbildungen sind wie gesagt immer von der Markenrückseite aus gesehen und als weitere Besonderheit sind die hellen Stellen der Abbildung im Original dunkel und umgekehrt.
Manche Briefmarken gibt es mit verschiedenen Wasserzeichen
Während manche Länder nur ein einziges Wasserzeichenmotiv benutzten, kommen andere auf ein paar Dutzend verschiedene.
Bei einer einzigen Marke gibt es aber nur selten mehr als drei verschiedene Wasserzeichen zu unterscheiden.
Es gibt verschiedene Gründe für den Einsatz verschiedener Wasserzeichen:
- Es wird mehr oder weniger bewusst ein anderes Wasserzeichen eingesetzt. Beispielsweise erschienen die ersten neuen Dauerserien der Weimarer Republik 1921 zunächst auf dem noch aus dem Kaiserreich stammenden Wz. 1 "Rauten", erst im Laufe des Jahres stellte man auf das neue Wz. 2 "Waffeln" um.
Solche Änderungen werden im Katalog meist als eigene Hauptnummer katalogisiert, womit auch dem "Normalsammler" diese Unterscheidung ans Herz gelegt wird.
- Aus Versehen oder weil einfach kein anderes Papier da ist, werden kleinere oder größere Teile der Auflage auf einem anderen Papier gedruckt.
Z. B. druckte die Reichsdruckerei 1920 3-M-Marken auf Papier, das eigentlich gar nicht für Briefmarken vorgesehen war, sondern für Versicherungsmarken.
Der Papiermangel beschehrte den Sammlern eine teure Wasserzeichenabart.
Solche Marken werden als Abarten katalogisiert und sind fast immer sehr teuer.
Es lohnt sich also, einen Blick auf Wasserzeichen zu werfen.
Sei es nun aus der Hoffnung, eine Seltenheit zu finden oder nur um die Marke richtig einordnen zu können!
Wasserzeichenlagen
Soweit so gut.
Aber dann gibt es da ja noch die Fälle, in denen das Wasserzeichen in verschieden Lagen vorkommt.
Das bedeutet, dass das Wasserzeichen gespiegelt oder gedreht existiert.
So etwas passiert wenn in der Druckei das Papier für verschiedene Bogengrößen oder Ausgabeformen vor dem Bedrucken gedreht wird, zum Beispiel bei Marken für Markenheftchen.
Es kann auch sein, dass nur einzelne oder sogar ein einziger Bogen falsch herum eingelegt werden.
Manchmal wird auch einfach nicht auf die Lage der Bogen geachtet.
In jedem Fall werden diese Wasserzeichenlagen unterschieden und als Unternummern katalogisiert. Die folgende Grafik zeigt die acht möglichen Wasserzeichenlagen.
In der zweiten Reihe sind die seitenverkehrten Wasserzeichen zu sehen.
Sie entstehen, wenn das Papier auf der Rückseite bedruckt wird.
In den meisten Katalogen sind die verschiedenen Wasserzeichenlagen aber abgebildet.
Übrigens: Bei den berühmten Posthorn-Marken der Bundespost kommen tatsächlich alle acht Lagen vor!
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aufrecht |
links liegend |
kopf stehend |
rechts liegend |
| normalstehend |
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| seitenverkehrt |
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Dieser Artikel stammmt aus der Zeitschrift "Post für Dich" unserer Gruppe Stadt Berlin.
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